EU-Mehrwertsteuersätze 2026: Die komplette Referenztabelle für deine OSS-Meldung
Sobald du als Webshop über das OSS-System ins EU-Ausland verkaufst, berechnest du nicht mehr den niederländischen, sondern den Mehrwertsteuersatz des Bestimmungslandes. Und davon gibt es 27 verschiedene – jeweils mit eigenem Normalsatz und oft auch einem ermäßigten Satz. Dieser Beitrag liefert die komplette Referenztabelle aller EU-Sätze für 2026 und zeigt, wie du pro Bestellung den richtigen Satz triffst. Für den Aufbau und die Registrierung des OSS-Systems siehe unseren vollständigen OSS-Leitfaden.
3.6.20268 Min. LesezeitBTW
Unter dem OSS-System gilt das Bestimmungslandprinzip: Du berechnest den Mehrwertsteuersatz des Landes, in dem dein Kunde wohnt. Für deine OSS-Meldung musst du pro Land sowohl den Normalsatz als auch den ermäßigten Satz kennen – 2026 reicht der Normalsatz von 17 % (Luxemburg) bis 27 % (Ungarn).
Webshop-Betreiber wissen oft nicht, welchen Mehrwertsteuersatz sie pro EU-Land und pro Produkt berechnen müssen, und vermischen Normal- und ermäßigte Sätze in der OSS-Meldung. Eine vollständige, aktuelle Referenztabelle aller 27 EU-Sätze für 2026 kombiniert mit einer klaren Regel zur Satzwahl pro Produkt – und Software, die den Satz des Bestimmungslandes pro Bestellung automatisch anwendet und korrekt ausweist.
Zusammenfassung
Unter OSS gilt das Bestimmungslandprinzip: Du berechnest den Mehrwertsteuersatz des Landes deines Kunden, nicht den niederländischen.
Jedes EU-Land hat einen eigenen Normalsatz (2026: 17 % LU bis 27 % HU) und meist einen oder mehrere ermäßigte Sätze.
Für die OSS-Meldung musst du pro Bestimmungsland sowohl den Normal- als auch den ermäßigten Satz kennen und getrennt ausweisen.
Die meisten physischen Waren fallen unter den Normalsatz; ermäßigte Sätze gelten z. B. für Bücher, Lebensmittel oder Medikamente – die Liste unterscheidet sich pro Land.
Dänemark hat als einziges EU-Land keinen ermäßigten Satz – dort gelten 25 % für nahezu alles.
Winkel Factuur wendet pro Bestellung automatisch den Satz des Bestimmungslandes an und erstellt den OSS-Bericht mit der Aufschlüsselung pro Satz.
Warum unter OSS der Satz des Bestimmungslandes gilt
Solange du nur in den Niederlanden verkaufst, ist die Sache einfach: Du berechnest 21 % (oder 9 % bei ermäßigten Produkten) und meldest das in deiner normalen BTW-Erklärung. Sobald dein kumulierter grenzüberschreitender B2C-Umsatz in andere EU-Länder jedoch 10.000 € netto pro Jahr übersteigt – zusammengerechnet über alle Kanäle wie eigenen Webshop, bol.com, Amazon und WooCommerce – ändert sich die Regel grundlegend.
Ab dieser Schwelle gilt das Bestimmungslandprinzip: Du berechnest nicht länger den niederländischen Mehrwertsteuersatz, sondern den Satz des Landes, in dem dein Kunde wohnt. Verkaufst du also an einen Verbraucher in Deutschland, gilt der deutsche Satz; an einen Kunden in Frankreich der französische.
Das ist genau der Grund, warum du diese Tabelle brauchst. Statt eines einzigen Satzes jonglierst du nun mit bis zu 27 Normalsätzen und ebenso vielen ermäßigten Sätzen. Den eingesammelten Betrag rechnest du nicht in jedem Land einzeln ab, sondern gebündelt über eine vierteljährliche OSS-Meldung beim niederländischen Belastingdienst.
Wichtig: Das Bestimmungslandprinzip gilt nur für B2C-Verkäufe an Verbraucher. B2B-Verkäufe mit gültiger Umsatzsteuer-ID fallen unter die Reverse-Charge-Regel und gehören auf die ICP-/Zusammenfassende Meldung – nicht in die OSS-Meldung. Verkäufe außerhalb der EU (z. B. USA, GB) sind ohnehin nicht OSS-relevant.
Normalsatz vs. ermäßigter Satz – warum du beide kennen musst
Jedes EU-Land hat einen Normalsatz (Regelsteuersatz), der für die meisten Waren und Dienstleistungen gilt. Daneben dürfen die Länder einen oder mehrere ermäßigte Sätze für bestimmte Kategorien festlegen – typischerweise Bücher, Lebensmittel, Medikamente, Zeitungen oder bestimmte Kulturgüter.
Der Haken: Welche Produkte unter den ermäßigten Satz fallen und wie hoch dieser ist, entscheidet jedes Land selbst. Ein Buch ist in Deutschland mit 7 % belegt, in den Niederlanden mit 9 % und in Frankreich mit dem dortigen ermäßigten Satz. Ein und dasselbe Produkt kann also je nach Bestimmungsland einen völlig anderen Satz tragen.
Für die OSS-Meldung ist das entscheidend, weil du pro Bestimmungsland und pro Satz getrennt ausweisen musst. Verkaufst du z. B. nach Deutschland sowohl standardbesteuerte Elektronik als auch ermäßigt besteuerte Bücher, deklarierst du beides separat: einmal zum deutschen Normalsatz von 19 % und einmal zum deutschen ermäßigten Satz von 7 %.
Deshalb reicht es nicht, nur die Normalsätze zu kennen. Sobald du Produkte verkaufst, die irgendwo ermäßigt besteuert werden, musst du für jedes Bestimmungsland beide Sätze parat haben – und genau dafür ist die folgende Tabelle gedacht.
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Die folgende Tabelle listet alle 27 EU-Mitgliedstaaten mit ihrem Normalsatz und dem (wichtigsten) ermäßigten Satz für 2026. Hat ein Land mehrere ermäßigte Sätze, ist hier der gängigste angegeben – prüfe im Zweifel die offizielle Satzliste des jeweiligen Landes oder konsultiere einen BTW-Berater.
Land
Normalsatz
Ermäßigter Satz
Niederlande (NL)
21 %
9 %
Belgien (BE)
21 %
6 %
Deutschland (DE)
19 %
7 %
Frankreich (FR)
20 %
10 %
Italien (IT)
22 %
10 %
Spanien (ES)
21 %
10 %
Österreich (AT)
20 %
10 %
Bulgarien (BG)
20 %
9 %
Kroatien (HR)
25 %
13 %
Zypern (CY)
19 %
9 %
Tschechien (CZ)
21 %
12 %
Dänemark (DK)
25 %
—
Estland (EE)
22 %
9 %
Finnland (FI)
25,5 %
14 %
Griechenland (GR)
24 %
13 %
Ungarn (HU)
27 %
18 %
Irland (IE)
23 %
13,5 %
Lettland (LV)
21 %
12 %
Litauen (LT)
21 %
9 %
Luxemburg (LU)
17 %
14 %
Malta (MT)
18 %
7 %
Polen (PL)
23 %
8 %
Portugal (PT)
23 %
13 %
Rumänien (RO)
21 %
11 %
Slowakei (SK)
23 %
19 %
Slowenien (SI)
22 %
9,5 %
Schweden (SE)
25 %
12 %
Auffällig: Dänemark ist das einzige EU-Land ohne ermäßigten Satz – dort gelten faktisch 25 % auf nahezu alles. Am unteren Ende liegt Luxemburg mit nur 17 % Normalsatz, am oberen Ungarn mit 27 %. Diese Spannbreite macht deutlich, wie stark sich deine Mehrwertsteuerlast je nach Zielmarkt unterscheiden kann.
Pro Tipp: Mehrere Länder haben zusätzlich einen zweiten, noch niedrigeren ermäßigten Satz oder einen Nullsatz für spezielle Kategorien (z. B. bestimmte Lebensmittel oder Bücher). Die Tabelle zeigt den gängigsten ermäßigten Satz; für Sonderfälle prüfe die offizielle Liste des Bestimmungslandes.
Die gute Nachricht: Für die allermeisten physischen Waren – Elektronik, Kleidung, Möbel, Spielzeug, Kosmetik, Werkzeug – gilt schlicht der Normalsatz des Bestimmungslandes. Damit ist der Großteil der typischen Webshop-Sortimente abgedeckt.
Genauer hinsehen musst du nur bei Produkten, die irgendwo ermäßigt besteuert werden. Klassische Kandidaten sind Bücher und E-Books, Lebensmittel, Medikamente, Zeitschriften, Pflanzen/Saatgut sowie bestimmte Kindes- und Hygieneartikel. Ob und wie stark ein solches Produkt ermäßigt ist, legt jedes Land in seiner eigenen Satzliste fest.
Die praktische Regel lautet also: Standardprodukt? Normalsatz des Bestimmungslandes. Buch, Lebensmittel oder Medikament? Prüfe die ermäßigte-Sätze-Liste des Ziellandes – derselbe Artikel kann in Deutschland 7 %, in den Niederlanden 9 % und in einem dritten Land wieder anders besteuert sein. Bist du unsicher, ob ein Produkt unter den ermäßigten Satz fällt, konsultiere einen BTW-Berater, statt zu raten.
Achtung bei gemischten Bestellungen: Enthält eine Lieferung nach Deutschland sowohl Elektronik (19 %) als auch ein Buch (7 %), musst du beide Positionen mit ihrem jeweiligen Satz berechnen und in der OSS-Meldung getrennt – pro Land und pro Satz – ausweisen.
Bestimmungsland-Sätze automatisch anwenden mit Winkel Factuur
Bei einem einzigen Zielmarkt lässt sich der richtige Satz noch von Hand pflegen. Sobald du aber in mehrere EU-Länder verkaufst und dazu noch ermäßigt besteuerte Produkte führst, wird die manuelle Verwaltung von Sätzen schnell zur Fehlerquelle – besonders, wenn der Umsatz über mehrere Kanäle wie Webshop, bol.com und Amazon verteilt ist.
Winkel Factuur wendet pro Bestellung automatisch den Mehrwertsteuersatz des Bestimmungslandes an, sobald deine grenzüberschreitenden B2C-Verkäufe die 10.000-Euro-Schwelle überschreiten. Du hinterlegst pro Produkt, ob es zum Normal- oder zum ermäßigten Satz gehört – die länderspezifische Höhe übernimmt das System.
Auf der Mehrwertsteuer-Berichtsseite findest du einen OSS-Bericht: Wähle Jahr und Quartal und du siehst eine Tabelle pro Bestimmungsland mit der Aufschlüsselung pro Mehrwertsteuersatz – netto und MwSt. je Satz je Land, aggregiert über alle Verkaufskanäle. Ein Live-Indikator zeigt dir, wo du gegenüber der 10.000-Euro-Schwelle (gemessen am Netto) stehst.
Die Zahlen kannst du als CSV oder JSON exportieren – fertig für deine OSS-Meldung. Daneben gibt es einen separaten ICP-Bericht für deine B2B-Verkäufe sowie eine Zusammenfassung deiner niederländischen BTW-Erklärung. Denk daran: Die zugrunde liegenden Transaktionsdaten musst du 10 Jahre lang aufbewahren – auch das verwaltet das System für dich.
Den richtigen Satz nie wieder von Hand nachschlagen
Welchen Mehrwertsteuersatz berechne ich, wenn ich aus den Niederlanden nach Deutschland verkaufe?
Sobald dein gesamter grenzüberschreitender B2C-Umsatz in der EU 10.000 € netto pro Jahr übersteigt, berechnest du den deutschen Satz: 19 % Normalsatz, bei begünstigten Produkten wie Büchern 7 %. Unterhalb der Schwelle darfst du weiterhin den niederländischen Satz (21 % bzw. 9 %) berechnen und über deine normale BTW-Erklärung abrechnen.
Welches EU-Land hat 2026 den höchsten und welches den niedrigsten Mehrwertsteuersatz?
Den höchsten Normalsatz hat Ungarn mit 27 %, den niedrigsten Luxemburg mit 17 %. Beim Netto-Endpreis kann dieser Unterschied bei identischen Produkten spürbar ins Gewicht fallen, je nachdem, in welches Land du verkaufst.
Muss ich für die OSS-Meldung wirklich pro Land und pro Satz aufschlüsseln?
Ja. Die OSS-Meldung verlangt pro Bestimmungsland den steuerpflichtigen Betrag und die Mehrwertsteuer für jeden verwendeten Satz – Normal- und ermäßigten Satz getrennt. Eine gemischte Bestellung nach Deutschland mit Elektronik und Büchern erscheint also einmal mit 19 % und einmal mit 7 %.
Warum hat Dänemark keinen ermäßigten Satz?
Dänemark hat sich entschieden, kein System ermäßigter Sätze zu führen, und wendet faktisch einen einheitlichen Satz von 25 % auf nahezu alle Waren und Dienstleistungen an. In der Tabelle erscheint der ermäßigte Satz daher als „—“. Verkaufst du also nach Dänemark, rechnest du in aller Regel mit 25 %.
Gilt das Bestimmungslandprinzip auch für B2B-Verkäufe?
Nein. B2B-Verkäufe innerhalb der EU mit gültiger Umsatzsteuer-ID des Käufers fallen unter die Reverse-Charge-Regel und gehören auf die ICP-/Zusammenfassende Meldung, nicht in die OSS-Meldung. OSS ist ausschließlich für B2C-Verkäufe an Verbraucher gedacht; Verkäufe außerhalb der EU sind ohnehin nicht OSS-relevant.
OSS-Meldung ohne Satz-Rätselraten
Winkel Factuur wendet pro Bestellung automatisch den Mehrwertsteuersatz des Bestimmungslandes an und liefert dir den OSS-Bericht pro Land und pro Satz – fertig zum Export.