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Auf Zalando in den Niederlanden und Belgien verkaufen: Rechnungen, Mehrwertsteuer und Gutschriften

Für deutsche Modehändler ist Zalando oft der erste Kanal, über den Auslandsumsatz entsteht: Das Sortiment, die Produktdaten und die Größenlogik sind bereits gepflegt, und dieselbe Präsenz lässt sich auf die Niederlande, Belgien und sogar Luxemburg ausweiten. Kommerziell ist das ein kleiner Schritt. Steuerlich beginnt damit jedoch grenzüberschreitendes B2C-Geschäft: Oberhalb der EU-Lieferschwelle rechnen Sie mit dem Steuersatz des Bestimmungslandes ab, gemeldet über das OSS-Verfahren. Dazu kommt die Eigenheit der Modebranche: hohe Retourenquoten, also ein konstanter Strom an Gutschriften. Dieser Artikel erklärt, wer die Rechnung stellt, welche Sätze in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg gelten, wie Sie Retouren korrekt korrigieren und wie Sie die Fakturierung je Land in einem Prozess bündeln.

15.8.2026 10 Min. Lesezeit Marketplace

Auf Zalando bleiben Sie als Partner der Verkäufer: Sie stellen die Rechnung und führen die Umsatzsteuer ab. Oberhalb der EU-Lieferschwelle von 10.000 EUR rechnen Sie mit dem Satz des Bestimmungslandes ab: 21 % in den Niederlanden, 21 % in Belgien, 17 % in Luxemburg, gemeldet über das OSS-Verfahren aus Deutschland. Retouren korrigieren Sie mit einer Gutschrift zum Satz der ursprünglichen Rechnung.

Deutsche Händler, die ihre Zalando-Präsenz auf die Niederlande, Belgien und Luxemburg ausweiten, müssen je Bestellung den richtigen Steuersatz und die richtige Melderoute bestimmen, während die hohen Retourenquoten der Modebranche einen ständigen Strom an Gutschriften erzeugen. Bestimmen Sie den Steuersatz automatisch nach dem Land des Kunden, fakturieren Sie alle Länder und Kanäle im Stapel aus einem System und erstellen Sie Gutschriften, die automatisch den Satz der ursprünglichen Rechnung übernehmen.

Zusammenfassung

  • Mit einer Zalando-Präsenz erreichen Sie auch die Niederlande, Belgien und Luxemburg, ohne eigene Shops je Land aufzubauen.
  • Sie bleiben der Verkäufer: Rechnung, Umsatzsteuer und Retourenkorrektur liegen in Ihrer Verantwortung, nicht bei der Plattform.
  • Mode unterliegt dem Regelsteuersatz: 21 % in den Niederlanden, 21 % in Belgien, 17 % in Luxemburg.
  • Oberhalb der EU-Lieferschwelle von 10.000 EUR melden Sie diese Umsätze über das OSS-Verfahren aus Deutschland; darunter rechnen Sie mit 19 % deutscher Umsatzsteuer ab.
  • Hohe Retourenquoten in der Mode bedeuten viele Gutschriften; jede muss den Satz der ursprünglichen Rechnung übernehmen.
  • Mit Stapelfakturierung verarbeiten Sie Zalando-Bestellungen aus allen Ländern zusammen mit Amazon, bol.com, Shopify und WooCommerce in einer fortlaufenden Nummernserie.

Zalando Benelux: Expansion ohne neuen Shop

Zalando betreibt eigene Länder-Shops für die Niederlande, Belgien und Luxemburg. Für deutsche Modehändler, die bereits über das Partner Program oder Connected Retail auf der Plattform verkaufen, ist die Ausweitung auf diese Märkte vor allem eine Katalogentscheidung: Produktdaten, Bilder und Größen sind gepflegt, die Logistik in die Benelux ist kurz.

Das macht die Benelux zum naheliegenden ersten Auslandsschritt: kaufkräftige Kunden, geringe Distanz und keine Notwendigkeit, je Land einen eigenen Shop mit eigenem Marketing aufzubauen.

Was sich mit der ersten niederländischen oder belgischen Bestellung ändert, ist nicht der Verkauf, sondern die Steuer: Aus inländischem B2C-Geschäft wird grenzüberschreitendes, und damit greifen Lieferschwelle, Bestimmungslandprinzip und OSS-Verfahren.

Wichtig für die Einordnung: Die Regeln, nach denen eine Plattform als sogenannter Deemed Supplier die Umsatzsteuer übernimmt, gelten für Händler außerhalb der EU. Als in Deutschland ansässiger Händler bleiben Rechnung und Steuerabfuhr bei Ihnen.

Ihre Rolle: Sie bleiben der Verkäufer

Auf Zalando verkaufen Sie unter eigenem Namen an den Endkunden. Der Umsatz gehört in Ihre Buchhaltung, die Umsatzsteuer in Ihre Meldung, und die Belege erstellen Sie selbst. Die Gebührenabrechnungen der Plattform an Sie sind Eingangsrechnungen und dürfen nicht mit Ihren Verkaufsumsätzen verrechnet werden.

Im B2C-Geschäft ist eine Rechnung an Verbraucher nicht in jedem Fall gesetzlich vorgeschrieben. Ihre Buchhaltung muss aber jede Bestellung vollständig und nachvollziehbar erfassen. Die einfachste und sauberste Regel lautet daher: je Bestellung automatisch ein Beleg.

Auf den Beleg gehören Ihre vollständigen Unternehmensdaten, Ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, eine fortlaufende, einmalig vergebene Rechnungsnummer, das Datum, die Artikelbezeichnungen sowie je Position Steuersatz und Steuerbetrag.

Nehmen Sie zusätzlich die Zalando-Bestellnummer auf. Bei Retouren, Kundenanfragen oder einer Prüfung wollen Sie die Verbindung zwischen Plattformbestellung und Beleg sofort herstellen können.

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Mehrwertsteuer: 21 % NL, 21 % BE, 17 % LU über OSS

Mode unterliegt in allen drei Ländern dem Regelsteuersatz: 21 % in den Niederlanden, 21 % in Belgien und 17 % in Luxemburg, dem niedrigsten Regelsatz der EU. Ermäßigte Sätze spielen für Bekleidung, Schuhe und Accessoires keine Rolle.

Ob Sie diese Sätze anwenden, entscheidet die EU-Lieferschwelle: Bleiben Ihre gesamten grenzüberschreitenden B2C-Umsätze in der EU unter 10.000 EUR pro Kalenderjahr, kanalübergreifend und über alle Länder summiert, rechnen Sie mit 19 % deutscher Umsatzsteuer ab. Oberhalb der Schwelle gilt der Satz des Bestimmungslandes.

Für die Meldung nutzen Sie das OSS-Verfahren: Sie registrieren sich in Deutschland beim Bundeszentralamt für Steuern und erklären die Auslandsumsätze gesammelt in einer Quartalsmeldung, aufgeteilt nach Land und Satz. Eine Registrierung in den Niederlanden, Belgien oder Luxemburg ist dafür nicht erforderlich.

Eine Ausnahme verdient Erwähnung: Lagern Sie Ware in einem anderen EU-Land, kann dort eine lokale Registrierung nötig werden, denn das OSS-Verfahren deckt Verkäufe ab, nicht Warenverbringungen. Wer nur aus Deutschland versendet, ist davon nicht betroffen.

Behalten Sie Ihren Umsatz je Land im Blick. Die Schwelle ist schnell überschritten, und ab dann muss jede niederländische, belgische und luxemburgische Bestellung mit dem richtigen Satz und in der richtigen Meldung landen.

Modetypisch: hohe Retourenquoten, viele Gutschriften

Mode hat von allen E-Commerce-Kategorien die höchste Retourendichte: Kunden bestellen mehrere Größen oder Farben und senden zurück, was nicht passt. Wer auf Zalando verkauft, sollte die Retourenkorrektur deshalb als festen Bestandteil des Rechnungsprozesses einplanen, nicht als Ausnahmefall.

Jede Retoure wird mit einer Gutschrift oder Stornorechnung abgebildet, die auf die ursprüngliche Rechnung verweist und denselben Steuersatz verwendet. Eine niederländische Bestellung mit 21 % wird mit 21 % korrigiert, eine luxemburgische mit 17 %. Bei Teilretouren stornieren Sie nur die zurückgesendeten Positionen.

Für die OSS-Meldung ist das unmittelbar relevant: Gutschriften mindern den gemeldeten Umsatz je Land im jeweiligen Zeitraum. Eine Gutschrift mit falschem Satz oder falscher Länderzuordnung verzerrt die Meldung gleich doppelt und lässt sich nur mit nachträglichen Korrekturen bereinigen.

Bei den Stückzahlen der Modebranche ist Handarbeit hier keine Option. Ein System, das Retouren automatisch in Gutschriften mit korrektem Bezug und Satz umwandelt, beseitigt genau die Fehlerquelle, die in dieser Kategorie am häufigsten zuschlägt.

Rechnung je Land: Sprache, Nummernkreis, Zuordnung

Grenzüberschreitend zu fakturieren heißt nicht, je Land eine eigene Buchhaltung zu führen. Es heißt, in einem System sauber nach Ländern zu trennen: der Steuersatz folgt dem Land des Kunden, die Nummernserie bleibt eine einzige fortlaufende über alle Länder und Kanäle hinweg.

Zur Kundenerwartung gehört die Sprache: Niederländische Kunden erwarten Belege und Kommunikation auf Niederländisch, belgische je nach Region Niederländisch oder Französisch. Ein Beleg in der Sprache des Kunden reduziert Rückfragen und wirkt professioneller als ein deutschsprachiges Dokument.

Da alle drei Länder den Euro nutzen, entfällt das Währungsthema. Entscheidend bleibt die Zuordnung: Jede Bestellung muss eindeutig einem Land, einem Satz und einer Melderoute zugewiesen sein, deutsche Bestellungen der Voranmeldung, Benelux-Bestellungen oberhalb der Schwelle der OSS-Meldung.

Diese Zuordnung ist genau das, was Sie automatisieren sollten: nach Lieferland, nicht nach Kanal. Dann ist es unerheblich, ob eine Bestellung über den niederländischen oder belgischen Zalando-Shop eingeht.

Alle Kanäle in einem Prozess: Stapelfakturierung

Kaum ein Modehändler verkauft nur über Zalando. Üblich ist die Kombination mit Amazon, bol.com für die Benelux, und einem eigenen Shop auf Shopify oder WooCommerce. Jeder Kanal liefert Bestellungen in eigenem Format, mit eigenen Bestellnummern und in mehrere Länder.

Stapelfakturierung bündelt das: Bestellungen aus allen Kanälen werden in einem Durchgang in Rechnungen umgewandelt. Je Bestellung wird nach Land und Kundentyp der Steuersatz bestimmt, jede Rechnung erhält eine Nummer aus einer gemeinsamen fortlaufenden Serie, Retouren werden Gutschriften, und der Export geht als UBL oder CSV in die Buchhaltung, aufgeteilt nach Land und Satz für die OSS-Meldung.

Winkel Factuur ist direkt mit bol.com, Amazon, Shopify und WooCommerce verbunden. Zalando-Bestellungen importieren Sie über Ihre Bestelldatei und verarbeiten sie im selben Prozess; eine eigene Zalando-Schnittstelle ist dafür nicht erforderlich. Das Ergebnis: Eine Zalando-Bestellung aus Belgien sieht in Ihrer Buchhaltung genauso aus wie eine bol.com-Bestellung, gleiche Serie, gleiche Steuerlogik, gleicher Export.

Fazit

Die Ausweitung auf Zalando in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg ist für deutsche Modehändler ein Expansionsschritt mit geringem kommerziellen Aufwand: Katalog und Logistik stehen, die Kunden sind nah.

Die Eckpunkte auf der Steuerseite: Sie bleiben der Verkäufer und stellen die Belege selbst, Mode unterliegt dem Regelsatz von 21 % in den Niederlanden und Belgien sowie 17 % in Luxemburg, oberhalb der Lieferschwelle von 10.000 EUR melden Sie über das OSS-Verfahren, und jede Retoure braucht eine Gutschrift zum Satz der ursprünglichen Rechnung.

Wer diese Logik einmal zentral aufsetzt, mit automatischer Satzbestimmung und Stapelfakturierung, für den ist jedes weitere Zalando-Land nur noch eine zusätzliche Zeile in der OSS-Meldung.

Häufig gestellte Fragen

Erstellt Zalando die Rechnungen für meine Verkäufe?

Nein. Als Partner sind Sie der Verkäufer: Der Umsatz gehört in Ihre Buchhaltung, die Belege erstellen Sie selbst, und Sie führen die Umsatzsteuer ab. Die Gebührenabrechnungen der Plattform sind Eingangsrechnungen. Die Deemed-Supplier-Regeln, bei denen die Plattform die Steuer übernimmt, gelten nur für Händler außerhalb der EU.

Welche Steuersätze gelten für Mode in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg?

Jeweils der Regelsteuersatz: 21 % in den Niederlanden, 21 % in Belgien und 17 % in Luxemburg. Ermäßigte Sätze spielen für Bekleidung und Schuhe keine Rolle. Unterhalb der EU-Lieferschwelle von 10.000 EUR rechnen Sie stattdessen mit 19 % deutscher Umsatzsteuer ab.

Muss ich mich in den Niederlanden oder Belgien steuerlich registrieren?

Für reine B2C-Verkäufe aus deutschem Lager nicht: Sie melden die Umsätze über das OSS-Verfahren, für das Sie sich in Deutschland beim Bundeszentralamt für Steuern registrieren. Eine lokale Registrierung wird erst relevant, wenn Sie zum Beispiel Ware in einem anderen EU-Land lagern, denn Warenverbringungen deckt das OSS-Verfahren nicht ab.

Wie verarbeite ich die vielen Moderetouren korrekt?

Jede Retoure wird eine Gutschrift oder Stornorechnung mit Bezug auf die ursprüngliche Rechnung und demselben Steuersatz, also 21 % für niederländische und belgische, 17 % für luxemburgische Bestellungen. Gutschriften mindern den gemeldeten Umsatz je Land in der OSS-Meldung; bei Modevolumen sollte dieser Schritt automatisiert sein.

Gibt es eine direkte Zalando-Anbindung in Winkel Factuur?

Nein, eine eigene Zalando-Schnittstelle gibt es nicht. Winkel Factuur ist direkt mit bol.com, Amazon, Shopify und WooCommerce verbunden; Zalando-Bestellungen importieren Sie über Ihre Bestelldatei und fakturieren sie im selben Stapelprozess, mit derselben Nummernserie und Steuerlogik wie Ihre übrigen Kanäle.

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