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ZUGFeRD-Rechnung erstellen und prüfen: Der praktische Leitfaden für Online-Händler

Mit der schrittweisen Einführung der E-Rechnungspflicht in Deutschland kommt kein Unternehmen mehr am elektronischen Rechnungsformat vorbei. ZUGFeRD ist dabei der pragmatischste Weg: ein hybrides Format, das eine normale PDF mit maschinenlesbaren XML-Daten kombiniert. So sehen Menschen weiterhin eine vertraute Rechnung, während Buchhaltungssysteme die Daten automatisch auslesen. In diesem Leitfaden erklären wir genau, was eine ZUGFeRD-Rechnung ist, wie das Format technisch aufgebaut ist, wie Sie eine ZUGFeRD-Rechnung erstellen, validieren (prüfen) und im Rahmen der gesetzlichen Pflicht rechtssicher einsetzen.

6.5.2026 10 Min. Lesezeit E-Rechnung

Eine ZUGFeRD-Rechnung ist eine hybride E-Rechnung: eine PDF/A-3-Datei mit einem eingebetteten, strukturierten XML-Datensatz (Cross Industry Invoice, CII) nach der europäischen Norm EN 16931. Der Empfänger sieht eine lesbare PDF, sein System liest gleichzeitig das XML automatisch aus. Damit erfüllt ZUGFeRD ab dem Profil EN 16931 die Anforderungen der deutschen E-Rechnungspflicht für den B2B-Bereich.

Online-Händler müssen wegen der E-Rechnungspflicht plötzlich ZUGFeRD-Rechnungen erstellen, empfangen und prüfen, wissen aber nicht, was das Format technisch ausmacht, wie sie es validieren und wann es als gültige E-Rechnung gilt. Dieser Leitfaden erklärt den Aufbau des hybriden ZUGFeRD-Formats, zeigt Schritt für Schritt, wie Sie eine ZUGFeRD-Rechnung erstellen und validieren, und wie Sie sie im Rahmen der E-Rechnungspflicht rechtssicher und automatisiert einsetzen.

Zusammenfassung

  • ZUGFeRD ist ein hybrides Rechnungsformat: eine PDF/A-3-Datei mit einem eingebetteten XML-Datensatz im CII-Format, das die EN-16931-Norm erfüllt.
  • Das menschenlesbare PDF und die maschinenlesbaren XML-Daten liegen in einer einzigen Datei — ideal für Empfänger mit und ohne automatisierte Verarbeitung.
  • Ab dem Profil EN 16931 (Comfort) ist ZUGFeRD eine gültige E-Rechnung im Sinne der deutschen E-Rechnungspflicht für inländische B2B-Umsätze.
  • Vor dem Versand sollten Sie jede ZUGFeRD-Rechnung validieren, damit das eingebettete XML strukturell und inhaltlich der Norm entspricht.
  • Für Marktplatz- und Webshop-Händler lohnt sich die automatische Erzeugung normkonformer ZUGFeRD- oder XRechnung-Dateien direkt aus jeder Bestellung.

Was ist eine ZUGFeRD-Rechnung?

Eine ZUGFeRD-Rechnung ist eine sogenannte hybride E-Rechnung. Sie besteht aus zwei Schichten in einer einzigen Datei: einer ganz normalen PDF, die jeder Mensch öffnen und lesen kann, und einem darin eingebetteten XML-Datensatz, der dieselben Rechnungsdaten in maschinenlesbarer Form enthält.

Der Clou ist diese Doppelnatur. Der Empfänger sieht eine vertraute Rechnung wie immer — mit Logo, Layout und Beträgen. Sein Buchhaltungssystem liest gleichzeitig das XML aus und übernimmt Rechnungsnummer, Datum, Positionen, Steuersätze und Beträge automatisch und ohne Abtippen. So funktioniert ZUGFeRD sowohl für hochautomatisierte Empfänger als auch für solche, die einfach nur eine PDF öffnen wollen.

Der Name ZUGFeRD steht für 'Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland'. Das Format wurde gemeinsam von Wirtschaft und Verwaltung entwickelt und ist heute mit dem französischen Format Factur-X technisch weitgehend identisch — was es auch für den grenzüberschreitenden Handel attraktiv macht.

Der technische Aufbau: PDF/A-3 + eingebettetes XML

Technisch besteht eine ZUGFeRD-Rechnung aus drei Bausteinen, die zusammenspielen müssen:

PDF/A-3 als Container: Die äußere Hülle ist eine PDF im archivierungsfähigen Standard PDF/A-3. Dieser Standard erlaubt es ausdrücklich, beliebige Dateien einzubetten — und genau das nutzt ZUGFeRD für den XML-Datensatz.
Eingebettetes XML (CII): Im Inneren liegt der strukturierte Datensatz im Format Cross Industry Invoice (CII) von UN/CEFACT. Dieses XML ist das, was Maschinen tatsächlich auslesen.
Konformität zur EN 16931: Der Dateninhalt folgt dem semantischen Datenmodell der europäischen Norm EN 16931, das festlegt, welche Felder eine elektronische Rechnung enthalten muss.

Wichtig: Die PDF und das XML müssen inhaltlich identisch sein. Steht im sichtbaren PDF ein anderer Betrag als im XML, ist die Rechnung fehlerhaft und kann beanstandet werden. Eine gute Software stellt sicher, dass beide Schichten immer aus derselben Datenquelle erzeugt werden.

Hier liegt auch der Unterschied zu reinen XML-Formaten wie UBL oder zur XRechnung: Diese enthalten nur strukturierte Daten ohne menschenlesbare Sichtschicht. ZUGFeRD liefert beides in einem.

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ZUGFeRD und die E-Rechnungspflicht in Deutschland

Seit 2025 gilt in Deutschland eine stufenweise E-Rechnungspflicht für inländische B2B-Umsätze. Seit Anfang 2025 muss grundsätzlich jedes Unternehmen E-Rechnungen empfangen und verarbeiten können; die Pflicht zum aktiven Versand strukturierter E-Rechnungen wird über mehrere Jahre mit Übergangsfristen ausgerollt.

Entscheidend ist die Definition: Eine gültige E-Rechnung im rechtlichen Sinne ist nur ein Format, das die EN 16931 erfüllt. Eine einfache PDF per E-Mail gilt ausdrücklich nicht mehr als E-Rechnung, sondern nur noch als 'sonstige Rechnung'. ZUGFeRD erfüllt die Norm ab dem Profil EN 16931 (Comfort) — niedrigere Profile wie 'Basic-WL' oder 'Minimum' sind für sich genommen keine vollwertigen E-Rechnungen.

Praxis-Tipp: Achten Sie darauf, dass Ihre Software ZUGFeRD mindestens im Profil EN 16931 (Comfort) oder höher (XRechnung-Profil) erzeugt. Nur dann ist die Datei eine gültige E-Rechnung. Winkel Factuur erstellt für jede Bestellung automatisch normkonforme E-Rechnungen, sodass Sie sich um Profile und Validierung nicht kümmern müssen. Jetzt kostenlos testen →

Da sich Fristen und Schwellen ändern können, sollten Sie den genauen Stand für Ihr Unternehmen immer mit Ihrem Steuerberater oder direkt beim Bundeszentralamt für Steuern abgleichen. Einen Überblick gibt unser Artikel zur E-Rechnungspflicht in Deutschland.

Wie Sie eine ZUGFeRD-Rechnung erstellen

Eine ZUGFeRD-Rechnung lässt sich nicht einfach in Word 'als PDF speichern' — das eingebettete XML muss korrekt erzeugt und der PDF/A-3-Container richtig aufgebaut werden. In der Praxis gibt es drei Wege:

Manuell mit Spezialtools: Programme wie kostenlose PDF-Werkzeuge oder Open-Source-Bibliotheken können aus einer bestehenden PDF eine ZUGFeRD-Datei bauen. Das ist fehleranfällig und kaum für hohe Volumina geeignet.
Mit Buchhaltungs- oder Rechnungssoftware: Viele Programme bieten den ZUGFeRD-Export inzwischen direkt an. Sie erfassen die Rechnung einmal und die Software erzeugt PDF und XML in einem Schritt.
Automatisiert aus dem Shop heraus: Für Webshop- und Marktplatz-Händler ist die manuelle Erzeugung pro Bestellung keine Option. Hier erzeugt eine Lösung wie Winkel Factuur die normkonforme Datei automatisch aus den Bestelldaten.

Unabhängig vom Weg muss die Datenbasis stimmen. Alle Pflichtangaben einer Rechnung — Verkäufer- und Käuferdaten, fortlaufende Rechnungsnummer, Datum, Leistungsbeschreibung, Netto, Steuersatz, Steuerbetrag und Bruttosumme — müssen sowohl im sichtbaren PDF als auch im XML korrekt und identisch enthalten sein.

Möchten Sie tiefer in das verwandte XML-Format einsteigen, hilft unsere Komplettanleitung zu XML-Rechnungen beim Verständnis der Datenstruktur.

ZUGFeRD-Rechnung prüfen und validieren

Eine ZUGFeRD-Rechnung zu erzeugen ist nur die halbe Miete — sie muss auch valide sein. Validieren bedeutet, das eingebettete XML gegen die EN-16931-Norm zu prüfen: Sind alle Pflichtfelder vorhanden, stimmen die Datentypen, passen die Beträge rechnerisch zusammen und entspricht das Profil dem, was es vorgibt zu sein?

Beim Prüfen einer ZUGFeRD-Rechnung gibt es zwei Ebenen:

Strukturelle Validierung: Ist das XML technisch wohlgeformt und entspricht es dem Schema (Syntax CII)?
Inhaltliche Validierung (Schematron): Sind die Geschäftsregeln der EN 16931 erfüllt — etwa dass Steuerbeträge zur Bemessungsgrundlage passen und Pflichtfelder belegt sind?

Genau dafür gibt es Validierungswerkzeuge. Mit unserem kostenlosen E-Rechnungs-Validator prüfen Sie das strukturierte XML einer E-Rechnung in Sekunden gegen die Norm und erkennen Fehler, bevor Ihr Kunde die Rechnung ablehnt. Validieren Sie idealerweise jede ausgehende E-Rechnung, besonders zu Beginn, wenn Sie ein neues System einführen.

Auch eingehende ZUGFeRD-Rechnungen sollten Sie prüfen: Stimmt das XML mit dem sichtbaren PDF überein? Nur die strukturierten Daten sind für die automatische Buchung maßgeblich — Abweichungen zwischen beiden Schichten führen sonst zu falschen Buchungen.

ZUGFeRD vs. XRechnung vs. UBL: Welches Format wann?

Im deutschen Markt begegnen Ihnen vor allem drei Begriffe. Die Abgrenzung ist einfacher, als sie klingt:

ZUGFeRD: Hybrid (PDF + XML). Ideal im B2B-Bereich, wenn Ihr Empfänger sowohl eine lesbare Rechnung als auch maschinenlesbare Daten erhalten soll.
XRechnung: Reines XML ohne Sichtschicht. Im öffentlichen Auftragswesen (B2G) in Deutschland in der Regel vorgeschrieben. Technisch ein CIUS der EN 16931.
UBL: Eine alternative XML-Syntax zur EN 16931, im europäischen Ausland (z. B. Peppol-Netzwerk) weit verbreitet. Mehr dazu in unserem Leitfaden zum UBL-Rechnungsformat.

Wichtig zu verstehen: ZUGFeRD und XRechnung sind keine Gegner. Beide erfüllen dieselbe Norm EN 16931. Die XRechnung kann sogar als XML-Profil innerhalb einer ZUGFeRD-PDF transportiert werden. Welches Format Sie konkret nutzen, hängt vom Empfänger ab — die öffentliche Hand verlangt meist XRechnung, im B2B ist ZUGFeRD oft die komfortablere Wahl.

Für Online-Händler bedeutet das vor allem: Sie sollten beide Formate erzeugen können, ohne sich tief in die Technik einarbeiten zu müssen. Eine Software, die je nach Empfänger automatisch das passende, normkonforme Format wählt, nimmt Ihnen diese Entscheidung ab.

ZUGFeRD-Rechnungen automatisiert erstellen mit Winkel Factuur

Für jede einzelne Bestellung von Hand eine normkonforme ZUGFeRD- oder XRechnung-Datei zu bauen und zu validieren, ist im E-Commerce schlicht nicht praktikabel. Winkel Factuur ist für Marktplatz- und Webshop-Händler gebaut, die korrekte E-Rechnungen brauchen, ohne über Profile, Schemata und Validierung nachdenken zu müssen:

Automatische E-Rechnungen: Für jede Bestellung wird automatisch eine normkonforme Rechnung erzeugt — als ZUGFeRD, XRechnung oder klassische PDF, je nach Empfänger.
Korrekte MwSt.- und VIES-Logik: Der richtige Steuersatz, Reverse-Charge bei innergemeinschaftlichen B2B-Umsätzen und die Prüfung von USt-IdNr. werden automatisch angewandt.
Multi-Marktplatz, eigenes Branding: Konforme Rechnungen für bol.com, Amazon, Shopify und WooCommerce — alle im Design Ihres Unternehmens.
Bewertungs-Journeys, Buy-Box- & Bestands-Alerts: Mehr Umsatz durch automatische Bewertungsanfragen und Warnungen bei Buy-Box-Verlust oder niedrigem Bestand.
Gewinn- & MwSt.-Dashboard: Marge und Umsatzsteuer über alle Kanäle hinweg im Blick.
Buchhaltungsintegrationen: Alle Daten fließen direkt in Exact Online, AFAS, Twinfield und Snelstart — ohne manuelles Übertragen.

Statt sich mit PDF/A-3-Containern und CII-XML zu beschäftigen, lassen Sie die Plattform die Regeln anwenden und konzentrieren sich aufs Verkaufen.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist eine ZUGFeRD-Rechnung einfach erklärt?

Eine ZUGFeRD-Rechnung ist eine hybride E-Rechnung: eine normale PDF mit einem eingebetteten XML-Datensatz in einer Datei. Menschen sehen die lesbare PDF, Buchhaltungssysteme lesen das XML automatisch aus. Ab dem Profil EN 16931 gilt sie als gültige E-Rechnung.

Ist ZUGFeRD eine gültige E-Rechnung nach der E-Rechnungspflicht?

Ja, sofern das Profil mindestens EN 16931 (Comfort) erfüllt. Niedrigere Profile wie 'Minimum' oder 'Basic-WL' gelten für sich genommen nicht als vollwertige E-Rechnung. Den genauen Stand für Ihr Unternehmen sollten Sie mit Ihrem Steuerberater abklären.

Wie kann ich eine ZUGFeRD-Rechnung prüfen oder validieren?

Mit einem Validierungswerkzeug, das das eingebettete XML gegen die EN 16931 prüft — strukturell (Syntax) und inhaltlich (Geschäftsregeln, Schematron). So erkennen Sie Fehler, bevor der Empfänger die Rechnung ablehnt. Validieren Sie idealerweise jede ausgehende E-Rechnung.

Was ist der Unterschied zwischen ZUGFeRD und XRechnung?

Beide erfüllen die EN 16931. ZUGFeRD ist hybrid (PDF plus eingebettetes XML), XRechnung ist reines XML ohne Sichtschicht und wird meist im öffentlichen Auftragswesen (B2G) verlangt. Eine XRechnung kann sogar als XML-Profil innerhalb einer ZUGFeRD-PDF stecken.

Kann ich eine ZUGFeRD-Rechnung mit Word oder Excel erstellen?

Nicht zuverlässig. Word oder Excel erzeugen kein konformes eingebettetes CII-XML im PDF/A-3-Container. Sie benötigen spezialisierte Software oder eine Lösung wie Winkel Factuur, die PDF und XML in einem Schritt normkonform erstellt.

Wie lange muss ich ZUGFeRD-Rechnungen aufbewahren?

In Deutschland gilt grundsätzlich eine Aufbewahrungspflicht von 10 Jahren. ZUGFeRD-Rechnungen müssen im Originalformat revisionssicher archiviert werden, damit das eingebettete XML unverändert erhalten bleibt.

Schluss mit dem ZUGFeRD-Bastelaufwand

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