Was sind die GoBD – und warum betreffen sie Ihre Rechnungen?
Die GoBD sind eine Verwaltungsanweisung des Bundesfinanzministeriums und stehen für die "Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff". Sie konkretisieren, wie Unternehmen ihre steuerlich relevanten Daten und Belege – darunter ausdrücklich auch Rechnungen – erfassen, verarbeiten und aufbewahren müssen.
Eine GoBD-konforme Rechnung ist also kein eigenes Rechnungsformat, sondern eine Rechnung, die nach diesen Grundsätzen erstellt und archiviert wird. Sobald ein Dokument für die Besteuerung von Bedeutung ist, fällt es unter die GoBD – unabhängig davon, ob es sich um eine selbst geschriebene Ausgangsrechnung oder eine empfangene Eingangsrechnung handelt.
Für Marktplatz- und Webshop-Händler hat das besondere Tragweite: Bei Verkäufen über bol.com, Amazon, Shopify oder WooCommerce entstehen oft Hunderte oder Tausende Belege pro Monat. Jeder einzelne davon muss den GoBD-Anforderungen genügen. Wer hier auf manuelle Ordner oder lose PDFs setzt, riskiert bei der Betriebsprüfung Beanstandungen und im schlimmsten Fall eine Schätzung der Besteuerungsgrundlagen.
Die GoBD richten sich grundsätzlich an alle buchführungs- und aufzeichnungspflichtigen Unternehmen – vom Kleinunternehmer bis zur GmbH. Die genaue Auslegung hängt vom Einzelfall ab, weshalb wir empfehlen, Ihre Prozesse mit einem Steuerberater abzustimmen.
Die GoBD-Grundprinzipien für Rechnungen
Damit eine Rechnung als GoBD-konform gilt, muss sie mehrere Grundsätze erfüllen. Die wichtigsten sind:
• Vollständigkeit: Alle Geschäftsvorfälle müssen lückenlos erfasst sein – keine Rechnung darf fehlen.
• Richtigkeit: Die Inhalte müssen die tatsächlichen Vorgänge korrekt wiedergeben.
• Zeitgerechtheit: Belege sind zeitnah zu erfassen, damit kein nachträglicher Spielraum für Manipulation entsteht.
• Ordnung: Die Belege müssen systematisch und nachvollziehbar abgelegt sein.
• Unveränderbarkeit: Eine einmal erfasste Rechnung darf nicht unbemerkt geändert oder gelöscht werden.
• Nachvollziehbarkeit und Nachprüfbarkeit: Ein sachverständiger Dritter muss die Vorgänge in angemessener Zeit prüfen können.
Das wichtigste und am häufigsten missverstandene Prinzip ist die Unveränderbarkeit. Eine GoBD-konforme Rechnung darf nach ihrer Erstellung nicht einfach im selben Dokument überschrieben werden. Stellen Sie nachträglich einen Fehler fest, korrigieren Sie ihn nicht in der Originalrechnung, sondern über eine Storno- oder Korrekturrechnung bzw. eine Gutschrift. Jede Änderung muss protokolliert und der ursprüngliche Zustand erhalten bleiben.
Ergänzend verlangen die GoBD eine Verfahrensdokumentation: eine schriftliche Beschreibung, wie in Ihrem Betrieb Belege entstehen, verarbeitet und archiviert werden. Sie zeigt dem Prüfer, dass Ihre Abläufe nachvollziehbar und kontrolliert sind.
Wie Sie eine GoBD-konforme Rechnung erstellen
Eine GoBD-konforme Rechnung erstellen Sie nicht durch ein Gütesiegel, sondern durch den richtigen Prozess. Die Basis bildet eine inhaltlich vollständige Rechnung mit allen umsatzsteuerlichen Pflichtangaben – diese finden Sie in unserer kompletten Checkliste der Pflichtangaben.
Darauf bauen die GoBD-spezifischen Anforderungen auf:
• Eindeutige, fortlaufende Rechnungsnummern ohne Lücken – ein klassisches Prüffeld des Finanzamts.
• Festschreibung nach Erstellung: Sobald die Rechnung erstellt ist, darf sie inhaltlich nicht mehr offen änderbar sein.
• Korrekturen nur über neue Belege: Fehler werden per Storno oder Gutschrift behandelt, nicht durch Überschreiben.
• Lückenlose Verknüpfung von Rechnung, Zahlung und Buchung, damit der Geschäftsvorfall nachvollziehbar bleibt.
Ein häufiger Fehler ist das Schreiben von Rechnungen direkt in Word oder Excel: Diese Dateien lassen sich beliebig nachträglich verändern und erfüllen damit die Unveränderbarkeit nicht ohne Weiteres. Eine spezialisierte GoBD-konforme Rechnungssoftware schreibt Belege nach der Erstellung fest, vergibt automatisch fortlaufende Nummern und protokolliert jede Änderung – genau das, was die GoBD fordern.
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Aufbewahrungspflicht für Rechnungen: Das müssen Sie wissen
Rechnungen unterliegen in Deutschland einer gesetzlichen Aufbewahrungspflicht. Sie ergibt sich aus der Abgabenordnung (AO) und dem Handelsgesetzbuch (HGB) und gilt sowohl für Ausgangs- als auch für Eingangsrechnungen.
Wichtig: Die konkrete Aufbewahrungsfrist für Rechnungen ist zeitkritisch und kann sich gesetzlich ändern. In der Vergangenheit war für Buchungsbelege wie Rechnungen häufig eine zehnjährige Frist maßgeblich, doch der Gesetzgeber hat die Vorgaben angepasst und kann sie weiter ändern. Verlassen Sie sich daher nicht auf eine pauschale Jahreszahl, sondern prüfen Sie die aktuell gültige Frist für Ihren Belegtyp mit Ihrem Steuerberater oder direkt beim Finanzamt.
Unabhängig von der genauen Dauer gelten diese Eckpunkte:
• Die Frist beginnt in der Regel mit dem Ende des Kalenderjahres, in dem die Rechnung erstellt bzw. die letzte Eintragung vorgenommen wurde.
• Aufbewahrungspflichtig sind Unternehmen – vom Einzelunternehmer über die GbR bis zur GmbH; für Privatpersonen gelten abweichende, meist deutlich kürzere Regeln.
• Die Unterlagen müssen während der gesamten Frist lesbar, vollständig und auffindbar bleiben.
• Werden Belege vorzeitig vernichtet oder sind sie nicht vorlegbar, drohen steuerliche Nachteile bis hin zur Schätzung.
Da die Frist erst nach Jahren endet, ist eine zuverlässige, langfristige Archivierung kein Komfort, sondern Pflicht.
Elektronische Rechnungen GoBD-konform archivieren
Ein zentraler Grundsatz lautet: Was Sie elektronisch empfangen, müssen Sie auch elektronisch im Originalformat aufbewahren. Eine als PDF erhaltene Eingangsrechnung darf nicht einfach ausgedruckt und das Original gelöscht werden – der Ausdruck ersetzt die Datei nicht. Das Gleiche gilt für strukturierte E-Rechnungen und EDI-Belege.
Mit der schrittweisen Einführung der E-Rechnungspflicht in Deutschland wächst die Bedeutung der elektronischen Archivierung weiter: Strukturierte Formate wie XRechnung und ZUGFeRD müssen im jeweiligen Originalformat gespeichert und über die gesamte Aufbewahrungsfrist auswertbar bleiben.
Eine GoBD-konforme Rechnungsarchivierung erfüllt im Kern diese Anforderungen:
• Originalformat erhalten: PDF bleibt PDF, XML bleibt XML – ohne verfälschende Konvertierung.
• Unveränderbarkeit: Das Archiv verhindert nachträgliches Überschreiben oder unbemerktes Löschen.
• Protokollierung und Versionierung: Jeder Zugriff und jede Änderung wird nachvollziehbar festgehalten.
• Auffindbarkeit: Belege sind über Index- und Suchfunktionen schnell auffindbar.
• Lesbarkeit über Jahre: Die Dokumente bleiben über die gesamte Frist maschinell auswertbar.
Wenn Sie elektronische Belege validieren wollen, bevor sie ins Archiv wandern, hilft unser UBL-Validator, Vollständigkeit und Format zu prüfen.
Revisionssichere Archivierung in der Praxis
Revisionssicherheit bedeutet, dass Ihre Belege über die gesamte Aufbewahrungspflicht vollständig, unveränderbar, geordnet und jederzeit lesbar gespeichert sind. Sie ist das technische Gegenstück zum GoBD-Prinzip der Unveränderbarkeit.
In der Praxis lässt sich Revisionssicherheit nicht zuverlässig durch einen Ordner auf dem Desktop oder ein geteiltes Cloud-Laufwerk herstellen – dort lassen sich Dateien jederzeit umbenennen, überschreiben oder versehentlich löschen. Ein revisionssicheres System hingegen schreibt Belege fest und protokolliert jeden Vorgang.
Achten Sie bei der Wahl Ihrer Lösung auf folgende Eigenschaften:
• Schreibschutz nach Festschreibung, sodass Originale nicht mehr verändert werden können.
• Lückenlose Protokollierung von Erstellung, Zugriff und Korrektur.
• Zugriffs- und Berechtigungskonzept, damit nur befugte Personen Belege einsehen.
• Regelmäßige Sicherung gegen Datenverlust.
• Exportfähigkeit für den Datenzugriff durch die Finanzverwaltung.
Ergänzen Sie das System um Ihre Verfahrensdokumentation. Sie hält fest, mit welchen Tools und Schritten Belege erfasst, geprüft und archiviert werden – und ist im Prüfungsfall oft ebenso wichtig wie das Archiv selbst.
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Häufige GoBD-Fehler, die Online-Händler vermeiden sollten
Auch erfahrene Händler stolpern bei den GoBD über immer wieder dieselben Punkte. Die häufigsten Fehler sind:
• Rechnungen in Word/Excel, die jederzeit überschreibbar sind und die Unveränderbarkeit verletzen.
• Ausdrucken statt elektronisch archivieren – das Original-PDF wird gelöscht, der Beleg ist verloren.
• Lücken in der Rechnungsnummerierung, die beim Finanzamt sofort Fragen aufwerfen.
• Nachträgliches Ändern bereits versendeter Rechnungen statt sauberer Storno- oder Korrekturbelege.
• Fehlende Verfahrensdokumentation, sodass die Prozesse für den Prüfer nicht nachvollziehbar sind.
• Belege verstreut über E-Mail-Postfach, Marktplatz-Backend und lokale Ordner ohne zentrale Ablage.
Jeder dieser Fehler ist mit der richtigen Software vermeidbar. Eine Lösung, die Belege automatisch festschreibt, fortlaufend nummeriert, im Originalformat archiviert und protokolliert, nimmt Ihnen genau die regelbasierte Routinearbeit ab, bei der manuelle Prozesse erfahrungsgemäß scheitern. Wer von Grund auf eine saubere Rechnung schreiben möchte, legt damit zugleich die Basis für die GoBD-Konformität.
GoBD-konform und automatisch: So unterstützt Sie Winkel Factuur
Hunderte Belege pro Monat über mehrere Verkaufskanäle GoBD-konform zu erstellen und revisionssicher zu archivieren, ist von Hand kaum zu schaffen. Winkel Factuur ist für Marktplatz- und Webshop-Händler gebaut, die genau das automatisieren wollen:
• Automatische Rechnungsstellung: Für jede Bestellung über bol.com, Amazon, Shopify oder WooCommerce entsteht automatisch eine festgeschriebene Rechnung mit fortlaufender Nummer.
• Markenrechnungen über alle Marktplätze: Einheitliche, professionelle Belege im eigenen Design über sämtliche Kanäle.
• Korrekte USt-/VIES-Logik: Der richtige Umsatzsteuersatz, sauberes Reverse-Charge bei EU-B2B und VIES-Prüfung der USt-IdNr.
• Revisionssichere Archivierung: Rechnungen werden im Originalformat unveränderbar gespeichert und bleiben über die Aufbewahrungsfrist auffindbar.
• Gewinn- & USt-Dashboard: Behalten Sie Marge und Umsatzsteuer über alle Kanäle im Blick.
• Bewertungs-Journeys sowie Buy-Box- & Bestandsalarme: Mehr Bewertungen und keine verpassten Verkaufschancen.
• Buchhaltungsintegrationen: Alle Daten fließen direkt in Exact Online, AFAS, Twinfield und Snelstart – ohne doppelte Erfassung.
Statt Belege manuell abzulegen und Fristen im Kopf zu behalten, überlassen Sie die Routine der Plattform und konzentrieren sich auf den Verkauf.
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