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Auf dem Bricomarché Marketplace verkaufen: Rechnungen, TVA und OSS für deutsche Händler

Auf dem Bricomarché Marketplace bleiben Sie der Verkäufer und stellen die Rechnung an den Kunden aus. Bei Verkäufen an französische Verbraucher gilt oberhalb der EU-weiten Lieferschwelle von 10.000 EUR die französische TVA von 20 %, gemeldet über das OSS-Verfahren, darunter deutsche Umsatzsteuer. Rechnungen an französische Unternehmen mit gültiger TVA-Nummer sind als innergemeinschaftliche Lieferung steuerfrei.

Deutsche Händler auf dem Bricomarché Marketplace bedienen französische Verbraucher und Handwerksbetriebe zugleich, müssen je Bestellung zwischen deutscher Umsatzsteuer, französischer TVA und steuerfreier innergemeinschaftlicher Lieferung unterscheiden und die Lieferschwelle kanalübergreifend überwachen. Automatisieren Sie die Steuersatzbestimmung nach Land und Kundentyp, fakturieren Sie alle Kanäle aus einem System im Stapel und bilden Sie Retouren als Gutschriften mit dem Satz der Ursprungsrechnung ab.

Bricomarché gehört zum Groupement Les Mousquetaires und ist eine der bekannten Baumarktmarken Frankreichs, mit einem dichten Filialnetz gerade auch außerhalb der großen Städte. Mit der Öffnung des Onlineshops für externe Händler wird daraus ein Kanal, über den auch deutsche Anbieter von Werkzeug, Garten- und Sanitärprodukten französische Heimwerker und Handwerksbetriebe erreichen. Was der Marktplatz Ihnen nicht abnimmt: Ihre Verkaufsrechnungen und die Umsatzsteuer. Sie bleiben der Verkäufer, und je nach Kunde und Lieferschwelle gilt deutsche Umsatzsteuer oder französische TVA. Dieser Artikel erklärt, welche Rechnungen Sie erstellen, wie Sie die TVA über das OSS-Verfahren melden, was französische Kunden von einer Facture erwarten und wie Sie Bricomarché neben Ihren übrigen Kanälen im Stapel fakturieren.

Zusammenfassung

  • Sie bleiben der Verkäufer: Rechnung und Umsatzsteuer liegen bei Ihnen, nicht bei der Plattform oder dem Groupement Les Mousquetaires.
  • Verbraucher in Frankreich: unterhalb der Lieferschwelle von 10.000 EUR deutsche Umsatzsteuer von 19 %, darüber französische TVA von 20 % über das OSS-Verfahren.
  • Die Deemed-Supplier-Regel gilt nur für Händler aus Drittländern; als EU-Händler berechnen Sie die französische TVA selbst.
  • Französische Kunden erwarten eine Facture auf Französisch; rechtlich gelten für Sie unter OSS die deutschen Rechnungsregeln.
  • Verkäufe an französische Handwerksbetriebe mit gültiger TVA-Nummer sind steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen mit Zusammenfassender Meldung.
  • Retouren bilden Sie über Gutschrift oder Stornorechnung mit dem Steuersatz der Ursprungsrechnung ab.
8 Min. Lesezeit
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Bricomarché: Baumarktnetz der Mousquetaires mit offenem Marktplatz

Bricomarché ist die Baumarktmarke des Groupement Les Mousquetaires, eines der großen französischen Handelsverbünde, zu dem unter anderem auch die Supermarktkette Intermarché gehört. Die Märkte sind von selbstständigen Kaufleuten geführt und stehen häufig dort, wo die großen Baumarktketten fehlen: in kleineren Städten und ländlichen Regionen.

Mit der Öffnung des Onlineshops für externe Händler entsteht daraus ein Marktplatz, der die Reichweite einer etablierten Marke mit dem Sortiment unabhängiger Anbieter verbindet. Für deutsche Händler von Werkzeug, Gartenbedarf, Sanitär und Elektromaterial ist das ein direkter Zugang zu französischen Heimwerkern und Handwerksbetrieben, ohne eigenes Ladennetz und ohne eigene französische Gesellschaft.

An Ihrer rechtlichen Rolle ändert der Marktplatz nichts: Sie verkaufen im eigenen Namen an den Kunden und sind der Seller of Record. Die Plattform stellt Ihnen ihre Leistungen in Rechnung, und diese Abrechnungen gehören zu Ihren Eingangsrechnungen. Ihre Verkaufsrechnung an den Kunden erstellen Sie selbst, mit Ihren Unternehmensdaten und Ihrer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.

Diese Trennung zwischen eigenen Verkaufsrechnungen und den Abrechnungen der Plattform ist die Grundlage für einen korrekten Umsatz und eine saubere Voranmeldung. Wer beides vermischt, meldet zu viel oder zu wenig Steuer.

Rechnungen für französische Kunden

Gegenüber Unternehmen ist die Rechnung Pflicht, und im Baumarktsegment ist das kein Randfall: Französische Handwerksbetriebe, Bauunternehmen und Gartenbaubetriebe kaufen regelmäßig online ein. Gegenüber Verbrauchern ist die Rechnung nicht in jedem Fall zwingend, aber dringend zu empfehlen. Die einfachste Regel ist, für jede Bestellung automatisch eine Rechnung zu erstellen.

Rechnen Sie über das OSS-Verfahren ab, gelten für Ihre Rechnungen die deutschen Rechnungsregeln, also die Vorschriften Ihres Ansässigkeitsstaats. Die Pflichtangaben kennen Sie: Name und Anschrift beider Parteien, Ihre Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, eine fortlaufende Rechnungsnummer, Rechnungsdatum, Menge und Bezeichnung der Ware sowie Netto, Steuersatz, Steuerbetrag und Brutto.

Daneben stehen die Erwartungen Ihrer Kunden: In Frankreich ist die Facture ein selbstverständlicher Teil des Kaufs, und Kunden erwarten sie auf Französisch. Für Sie ist das keine gesetzliche Pflicht, aber eine französischsprachige Rechnungsvorlage gehört zum professionellen Auftritt und erspart Ihrem Support viele Rückfragen zu Garantie und Gewährleistung.

Bei Rechnungen an Unternehmen mit gültiger französischer TVA-Nummer kommt der Hinweis auf die steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung hinzu, zusammen mit der TVA-Nummer des Kunden. Wie das steuerlich einzuordnen ist, zeigt der nächste Abschnitt.

Umsatzsteuer zwischen Deutschland und Frankreich

Bei Verkäufen an französische Verbraucher entscheidet die EU-weite Lieferschwelle von 10.000 EUR. Sie gilt für alle grenzüberschreitenden B2C-Umsätze in andere EU-Länder zusammen, kanalübergreifend. Unterhalb der Schwelle berechnen Sie deutsche Umsatzsteuer von 19 %, oberhalb den Satz des Bestimmungslandes, für Frankreich also die TVA mit dem Regelsatz von 20 %.

Die französische TVA melden Sie über das OSS-Verfahren zentral in Deutschland, eine umsatzsteuerliche Registrierung in Frankreich ist für diese Verkäufe nicht erforderlich. Wichtig ist die Abgrenzung zur Deemed-Supplier-Regel: Sie macht Marktplätze nur bei Händlern aus Drittländern zum fiktiven Lieferer. Als deutscher, also EU-ansässiger Händler berechnen und schulden Sie die französische TVA selbst.

Verkaufen Sie an französische Unternehmen mit gültiger TVA-Nummer, liegt eine innergemeinschaftliche Lieferung vor: Die Rechnung ist steuerfrei, der Kunde versteuert den Erwerb in Frankreich. Prüfen Sie die Nummer über das VIES-System und melden Sie die Lieferung in der Zusammenfassenden Meldung. Gerade bei Bricomarché mit seinem Publikum aus Handwerk und Landwirtschaft ist dieser Fall häufiger, als viele Händler erwarten.

Behalten Sie den Umsatz je Land im Blick. Wer neben Bricomarché über Amazon nach Frankreich und über bol.com nach Belgien verkauft, überschreitet die Lieferschwelle mit der Summe aller Kanäle, nicht mit einem einzelnen.

Alle Kanäle in einem Rechnungsprozess

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Retouren und Rechnungskorrekturen

Auch beim Verkauf nach Frankreich gilt das EU-weite Widerrufsrecht im Fernabsatz, und Baumarktsortimente mit sperriger Ware haben naturgemäß eine spürbare Retourenquote. Jede Rücksendung braucht eine saubere Korrektur in Ihrer Fakturierung.

Das Instrument dafür ist die Stornorechnung oder Gutschrift: ein Dokument, das auf die ursprüngliche Rechnung verweist und Betrag und Steuer gegenläufig ausweist. Französische Kunden kennen es als Avoir. Bei Teilretouren korrigieren Sie nur die zurückgesendeten Positionen.

Achten Sie auf den Steuersatz: Die Gutschrift trägt immer den Satz der Ursprungsrechnung. Eine mit 20 % TVA fakturierte Bestellung wird mit 20 % gutgeschrieben, und die Korrektur fließt in die OSS-Meldung des laufenden Zeitraums ein. Eine Korrektur mit falschem Satz verzerrt die Meldung und fällt spätestens bei einer Prüfung auf.

Bricomarché im Multichannel-Setup fakturieren

Bricomarché wird selten Ihr einziger Kanal sein. Üblich ist die Kombination aus eigenem Shop auf Shopify oder WooCommerce, Amazon, bol.com für die Benelux-Länder und Baumarktkanälen wie Hornbach oder eben Bricomarché für Frankreich. Jeder Kanal liefert Bestellungen im eigenen Format und in unterschiedliche Länder.

Zentral gehören deshalb in ein System: eine fortlaufende Rechnungsnummernserie über alle Kanäle, eine Steuerlogik nach Land und Kundentyp statt nach Kanal, der Umsatz je Land für die Lieferschwelle und ein einziger Buchhaltungsexport, aufgeteilt nach Land und Steuersatz.

Winkel Factuur bindet bol.com, Amazon, Shopify und WooCommerce direkt an und verarbeitet Mirakl-basierte Marktplätze, mit Maxeda bereits im Produktivbetrieb. Bestellungen von Bricomarché verarbeiten Sie per Bestellimport im selben Stapelprozess: Der Import wird je Bestellung dem richtigen Land und Kundentyp zugeordnet, jede Rechnung erhält eine Nummer aus der gemeinsamen Serie, und Retouren werden Gutschriften im selben Lauf.

So bleibt der zusätzliche Kanal administrativ das, was er sein sollte: eine weitere Bestellquelle, kein zweiter Rechnungsprozess.

Fazit

Der Bricomarché Marketplace verbindet eine etablierte französische Baumarktmarke mit dem Sortiment externer Händler und öffnet deutschen Anbietern ein Publikum aus Heimwerkern und Handwerksbetrieben, das über die großen Metropolen hinausreicht.

Die Eckpunkte: Sie sind der Verkäufer und stellen die Rechnung, deutsche Umsatzsteuer unterhalb und französische TVA von 20 % über OSS oberhalb der Lieferschwelle, steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen an Unternehmen mit gültiger TVA-Nummer und Gutschriften mit dem Satz der Ursprungsrechnung.

Setzen Sie die Fakturierung kanal- und länderunabhängig auf, bevor Sie den Kanal öffnen. Dann skaliert die Administration mit, statt zum Engpass zu werden.

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Häufig gestellte Fragen

Erstellt Bricomarché die Rechnungen für meine Verkäufe?
Nein. Als externer Händler auf dem Marktplatz sind Sie der Verkäufer und damit für Rechnung und Umsatzsteuer verantwortlich. Gegenüber Unternehmen ist die Rechnung Pflicht, gegenüber Verbrauchern dringend zu empfehlen. Die Abrechnungen der Plattform über ihre Leistungen gehören zu Ihren Eingangsrechnungen, nicht zu Ihren Umsätzen.
Welcher Steuersatz gilt für meine Verkäufe nach Frankreich?
Bei Verbrauchern entscheidet die EU-weite Lieferschwelle von 10.000 EUR: darunter deutsche Umsatzsteuer von 19 %, darüber französische TVA von 20 %, gemeldet über das OSS-Verfahren. Bei französischen Unternehmen mit gültiger TVA-Nummer ist die Lieferung als innergemeinschaftliche Lieferung steuerfrei, mit VIES-Prüfung und Zusammenfassender Meldung.
Wird der Marktplatz für meine Umsatzsteuer zum Lieferer?
Nein. Die Deemed-Supplier-Regel, bei der ein Marktplatz für Umsatzsteuerzwecke selbst zum Lieferer wird, gilt nur für Händler, die außerhalb der EU ansässig sind. Als deutscher Händler berechnen Sie die französische TVA selbst und melden sie über das OSS-Verfahren. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass die Plattform das übernimmt.
Muss ich meine Rechnungen auf Französisch ausstellen?
Unter dem OSS-Verfahren gelten für Sie die deutschen Rechnungsregeln, eine französischsprachige Rechnung ist also keine gesetzliche Pflicht. Französische Kunden erwarten aber eine Facture auf Französisch. Eine französische Rechnungsvorlage ist deshalb dringend zu empfehlen, gerade für Garantiefälle und für Geschäftskunden.
Kann ich Bricomarché-Bestellungen zusammen mit Amazon und bol.com fakturieren?
Ja. Winkel Factuur bindet bol.com, Amazon, Shopify und WooCommerce direkt an und verarbeitet Mirakl-basierte Marktplätze. Bestellungen von Bricomarché importieren Sie als Bestelldatei und fakturieren sie im selben Stapel: gemeinsame fortlaufende Nummernserie, automatischer Steuersatz je Land und Kundentyp und ein Export in Ihre Buchhaltung.

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