Brico Depôt Iberia: der Kingfisher-Marktplatz für Spanien und Portugal
Brico Depôt ist die Baumarktkette der britischen Kingfisher-Gruppe auf der Iberischen Halbinsel — derselben Gruppe, zu der auch B&Q und Castorama gehören. Wie viele europäische Baumarktketten hat Brico Depôt seinen Onlineshop für externe Händler geöffnet, mit einem Marketplace auf Mirakl-Technologie.
Für deutsche Anbieter von Werkzeug, Gartenartikeln, Sanitär, Beleuchtung und Baustoffen ist das attraktiv: Sie erreichen über einen Kanal das Heimwerker-Publikum zweier Länder, ohne einen eigenen spanischen oder portugiesischen Shop aufzubauen. Baumarktkunden kommen zudem mit einem konkreten Projekt, nicht mit einer vagen Suchanfrage.
Administrativ ändert sich am Grundprinzip nichts, das Sie von jedem Marktplatz kennen: Sie sind der Verkäufer. Die Plattform bringt Sie und den Kunden zusammen, aber Sie schließen den Vertrag, Sie stellen die Rechnung mit Ihren eigenen Unternehmensdaten und Ihrer USt-IdNr. aus, und Sie führen die Umsatzsteuer ab.
Was sich sehr wohl ändert: Sie verkaufen ab der ersten Bestellung grenzüberschreitend, und zwar in zwei Bestimmungsländer mit jeweils eigenem Steuersatz. Das macht die Einrichtung Ihrer Fakturierung wichtiger als bei einem rein deutschen Kanal.
Mehrwertsteuer: 21 % in Spanien, 23 % in Portugal
Spanien hat einen IVA-Regelsatz von 21 %, Portugal von 23 %. DIY-Artikel fallen praktisch immer unter den Regelsatz; ermäßigte Sätze spielen in dieser Kategorie kaum eine Rolle.
Welchen Satz Sie berechnen, hängt von der EU-Lieferschwelle von 10.000 EUR pro Jahr ab. Sie gilt für alle Ihre grenzüberschreitenden B2C-Umsätze in der EU zusammen, kanalübergreifend. Darunter rechnen Sie mit Ihrem deutschen Satz ab; darüber — und das ist bei ernsthaftem Marketplace-Geschäft schnell erreicht — mit dem Satz des Bestimmungslandes: 21 % für den Kunden in Madrid, 23 % für den Kunden in Porto.
Die ausländische Steuer melden und zahlen Sie über das OSS-Verfahren: eine zentrale Quartalsmeldung, in Deutschland beim Bundeszentralamt für Steuern, ohne eigene Registrierung in Spanien oder Portugal. Wichtig: Die sogenannte Deemed-Supplier-Regelung, bei der der Marktplatz die Steuer übernimmt, gilt nur für Händler von außerhalb der EU. Als deutscher Händler bleiben Sie selbst für die richtige Steuer auf jeder Bestellung verantwortlich.
Verkaufen Sie an ein spanisches oder portugiesisches Unternehmen mit gültiger USt-IdNr., liegt eine innergemeinschaftliche Lieferung vor: Reverse-Charge mit 0 %, Prüfung der Nummer über VIES und Aufnahme in die Zusammenfassende Meldung.
Eine OSS-Registrierung für Ihre gesamte EU-Expansion
Der große Vorteil des OSS-Verfahrens: Eine Registrierung deckt alle Ihre EU-Bestimmungsländer ab. Verkaufen Sie über Brico Depôt nach Spanien und Portugal und später über einen anderen Kanal nach Polen oder Frankreich, landet alles in derselben Quartalsmeldung, aufgeschlüsselt nach Land und Steuersatz.
Das macht den Schritt nach Südeuropa administrativ kleiner, als er wirkt. Nach der einmaligen Registrierung ist jedes weitere Land vor allem eine Frage des richtigen Steuersatzes auf den richtigen Bestellungen.
Worauf Sie achten müssen: Verfolgen Sie Ihren Umsatz je Land, damit Sie das Überschreiten der 10.000-EUR-Schwelle rechtzeitig erkennen, und sorgen Sie dafür, dass jede Rechnung und jede Gutschrift den Satz des richtigen Landes trägt. Eine Gutschrift mit falschem Steuersatz bringt Ihre OSS-Meldung durcheinander.
Automatisieren Sie Ihre Fakturierung für Spanien und Portugal
Winkel Factuur wandelt Ihre Bestellungen von Brico Depôt, Amazon, bol.com, Shopify und WooCommerce im Stapel in korrekte Rechnungen um — mit dem richtigen Steuersatz je Land. Bis zu 50 Rechnungen pro Monat kostenlos.
Spanische und portugiesische Kunden: Sprache, Rechnungen, Retouren
Spanische und portugiesische Verbraucher erwarten Kundenkommunikation in ihrer eigenen Sprache. Rechnen Sie damit, dass Fragen, Reklamationen und Retourenwünsche auf Spanisch oder Portugiesisch eingehen, und richten Sie Ihren Kundenservice und Ihre Standardtexte darauf ein.
Auch die Rechnung gehört dazu. Eine ordentliche Rechnung mit allen Pflichtangaben — Ihre Unternehmensdaten und USt-IdNr., fortlaufende Rechnungsnummer, Datum, Bezeichnung, Nettobetrag, Steuersatz und Steuerbetrag — ist für viele Kunden selbstverständlich, gerade bei höherwertigen DIY-Käufen, bei denen Garantie eine Rolle spielt.
Retouren bilden Sie über eine Gutschrift ab, die auf die ursprüngliche Rechnung verweist und denselben Steuersatz verwendet. Bei Teilretouren schreiben Sie nur die zurückgesendeten Positionen gut. So stimmen Buchhaltung und OSS-Meldung überein.
DIY-Artikel sind zudem oft groß oder schwer. Versandkosten nach Spanien und Portugal sind dann eine ernstzunehmende Rechnungsposition: Weisen Sie sie als eigene Position aus und lassen Sie sie dem Steuersatz der Hauptleistung folgen.
Brico Depôt neben Amazon, bol.com, Shopify und WooCommerce
Für die meisten Händler ist Brico Depôt eine Erweiterung, kein Ersatz. Sie verkaufen bereits über Amazon, vielleicht über bol.com für die Niederlande und Belgien, und über einen eigenen Shop auf Shopify oder WooCommerce. Jeder Kanal liefert Bestellungen in eigenem Format, mit eigenen Bestellnummern und in verschiedene Länder.
Ohne zentrale Fakturierung entstehen doppelte Nummernserien, falsche Steuersätze und eine Buchhaltung, die dem Umsatz hinterherläuft — genau die Punkte, an denen eine Prüfung oder eine OSS-Meldung scheitert.
Was zentral gehört: eine fortlaufende Rechnungsnummernserie über alle Kanäle, Steuerlogik nach Bestimmungsland und Kundentyp statt nach Kanal, Umsatz je Land für die Schwellenüberwachung und ein Buchhaltungsexport als UBL oder CSV für alles.
So bleibt die Frage, über welchen Kanal eine Bestellung kam, ein kommerzielles Detail, während Ihre Buchhaltung überall dieselben Regeln anwendet.
Im Stapel fakturieren: Ihre iberischen Bestellungen in Minuten
Stapelfakturierung bedeutet, eine ganze Gruppe von Bestellungen in einem Arbeitsschritt in Rechnungen umzuwandeln, statt jede einzeln zu schreiben. Gerade mit einem zusätzlichen Kanal in zwei neuen Ländern wollen Sie das nicht manuell erledigen.
Der Ablauf: Bestellungen kommen aus Brico Depôt, Amazon, bol.com, Shopify oder WooCommerce; je Bestellung wird nach Bestimmungsland und Kundentyp der richtige Satz bestimmt (21 % Spanien, 23 % Portugal oder Ihr deutscher Satz unterhalb der Schwelle); jede Rechnung erhält eine eindeutige Nummer aus einer gemeinsamen fortlaufenden Serie; Retouren werden Gutschriften; und alles geht als UBL oder CSV in Ihre Buchhaltung.
Winkel Factuur ist dabei die Multichannel-Fakturierungsschicht: Es wandelt Ihre Bestellungen im Stapel in korrekte Rechnungen mit dem richtigen Steuersatz je Land um und hält Ihre Nummernserie über alle Kanäle fortlaufend. Für Brico Depôt funktioniert das über Import und Export der Bestelldatei, wie für jeden Kanal ohne direkte Anbindung.
Das Ergebnis: Ihre spanischen und portugiesischen Bestellungen stehen in wenigen Minuten als korrekte Rechnungen bereit, neben Ihren Amazon- und bol.com-Rechnungen in derselben Verwaltung.
Automatisieren Sie Ihre Fakturierung für Spanien und Portugal
Winkel Factuur wandelt Ihre Bestellungen von Brico Depôt, Amazon, bol.com, Shopify und WooCommerce im Stapel in korrekte Rechnungen um — mit dem richtigen Steuersatz je Land. Bis zu 50 Rechnungen pro Monat kostenlos.
Fazit
Der Brico Depôt Marketplace öffnet deutschen DIY-Händlern in einem Schritt den Zugang zum Heimwerker-Publikum Spaniens und Portugals. Kommerziell ein großer Schritt, administrativ gut beherrschbar — sofern Ihre Fakturierung auf Bestimmungsländer ausgelegt ist.
Die Eckpunkte: Sie sind der Verkäufer, stellen die Rechnung und führen die Steuer ab. Unterhalb der EU-Lieferschwelle von 10.000 EUR gilt Ihr deutscher Satz, darüber 21 % spanische bzw. 23 % portugiesische IVA über eine einzige OSS-Registrierung. Retouren verarbeiten Sie mit Gutschriften zum selben Satz.
Setzen Sie das zentral und im Stapel auf, und Brico Depôt ist einfach der nächste Kanal neben Amazon, bol.com und Ihrem eigenen Shop.