Maxeda: Praxis, Brico und BricoPlanit auf einer Mirakl-Plattform
Maxeda DIY Group hat die Onlineshops von Praxis in den Niederlanden sowie Brico und BricoPlanit in Belgien für externe Händler geöffnet. Technisch laufen die Marktplätze auf Mirakl, derselben Technologie, die viele europäische Handelsketten für ihre Marktplatzöffnung nutzen.
Für deutsche Anbieter von Werkzeug, Gartenartikeln, Sanitär, Elektro und Baustoffen ist das ein effizienter Marktzugang: Über ein Händlerkonto erreichen Sie die niederländische Kundschaft über Praxis und die belgische über Brico und BricoPlanit. Das Baumarktpublikum kommt mit konkreten Projekten und entsprechend klarer Kaufabsicht.
Aus Händlersicht wichtig: Sie verkaufen unter eigenem Namen an den Endkunden. Maxeda stellt Plattform, Marke und Reichweite, aber der Kaufvertrag kommt zwischen Ihnen und dem Kunden zustande. Damit gehören Umsatz, Rechnung und Umsatzsteuer in Ihre Buchhaltung.
Und weil Praxis niederländische und Brico belgische Kunden bedient, ist Ihr Geschäft auf diesem Kanal vom ersten Tag an ein Zwei-Länder-Geschäft, mit allem, was das für Steuersatz und Meldung bedeutet.
Rechnung je Bestellung: Ihre Pflicht als Händler
Auf Mirakl-basierten Marktplätzen ist der Rhythmus klar: je Bestellung ein Beleg. Kunden und Marktplatz erwarten, dass zu jeder Bestellung eine Rechnung existiert, die Sie als Verkäufer erstellt haben; über das Händlerportal lassen sich Rechnungen der jeweiligen Bestellung zuordnen.
Auf die Rechnung gehören Ihre vollständigen Unternehmensdaten, Ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, eine fortlaufende, einmalig vergebene Rechnungsnummer, das Datum, die Artikelbezeichnungen sowie je Position Steuersatz und Steuerbetrag. Nehmen Sie immer die Marktplatz-Bestellnummer auf, damit Bestellung, Beleg und eventuelle Korrektur eindeutig verknüpft sind.
Die Deemed-Supplier-Regeln, bei denen die Plattform die Umsatzsteuer übernimmt, gelten für Händler außerhalb der EU. Als deutscher Händler führen Sie die Steuer selbst ab, unabhängig davon, ob der Kunde in den Niederlanden oder Belgien sitzt.
Trennen Sie schließlich Ihre Verkaufsrechnungen an Kunden von den Provisionsabrechnungen des Marktplatzes an Sie: Letztere sind Eingangsrechnungen und haben in Ihrem gemeldeten Umsatz nichts verloren.
Mehrwertsteuer: 21 % in den Niederlanden und Belgien über OSS
DIY-Sortimente wie Werkzeug, Baustoffe, Garten und Sanitär unterliegen in beiden Ländern dem Regelsteuersatz von 21 %. Die ermäßigten Sätze der Niederlande und Belgiens spielen in dieser Kategorie praktisch keine Rolle.
Ob Sie diese Sätze anwenden, entscheidet die EU-Lieferschwelle: Bleiben Ihre gesamten grenzüberschreitenden B2C-Umsätze in der EU unter 10.000 EUR pro Kalenderjahr, über alle Länder und Kanäle summiert, rechnen Sie mit 19 % deutscher Umsatzsteuer ab. Oberhalb der Schwelle gilt der Satz des Bestimmungslandes, also 21 % für niederländische wie belgische Bestellungen.
Gemeldet wird über das OSS-Verfahren: Sie registrieren sich in Deutschland beim Bundeszentralamt für Steuern und erklären die Auslandsumsätze in einer Quartalsmeldung, aufgeteilt nach Land und Satz. Registrierungen in den Niederlanden oder Belgien sind dafür nicht nötig; erst ein Warenlager im Ausland würde eine lokale Registrierung auslösen, denn Warenverbringungen deckt das OSS-Verfahren nicht ab.
Dass beide Länder denselben Satz von 21 % haben, macht die Rechnung einfacher, die Meldung aber nicht: In der OSS-Meldung sind die Niederlande und Belgien getrennte Zeilen. Ihre Fakturierung muss den Umsatz also sauber je Land ausweisen, nicht nur je Satz.
Im DIY-Segment kaufen auch Handwerksbetriebe und Bauunternehmen. Bestellt ein belgisches oder niederländisches Unternehmen mit gültiger Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, greift das Reverse-Charge-Verfahren: 0 % mit entsprechendem Hinweis auf der Rechnung und Meldung in der Zusammenfassenden Meldung statt über OSS.
Automatisieren Sie Ihre Maxeda-Rechnungen
Winkel Factuur wandelt Ihre Bestellungen von Praxis, Brico, bol.com, Amazon, Shopify und WooCommerce im Stapel in korrekte Rechnungen um, mit dem richtigen Steuersatz je Land. Bis zu 50 Rechnungen pro Monat kostenlos.
DIY-Besonderheiten: Sperrgut, Versandkosten, Teillieferungen
Baumarktware ist selten paketfreundlich: Plattenmaterial, Gartenhäuser, Sanitärobjekte und Maschinen kommen in mehreren Colli, teils von verschiedenen Lagerstandorten und selten alle gleichzeitig. Das prägt die Fakturierung stärker als in jeder anderen Kategorie.
Versandkosten folgen in der Regel dem Steuersatz der Hauptleistung und gehören als eigene Position auf die Rechnung. Bei Sperrgut sind sie ein spürbarer Betrag; eine transparente Position erspart Rückfragen von Kunden und Buchhaltern.
Wird eine Bestellung in mehreren Sendungen ausgeliefert, arbeiten Sie mit Teilrechnungen: Je Lieferung rechnen Sie den gelieferten Teil ab, mit Bezug auf die Gesamtbestellung. Jede Teilrechnung erhält eine eigene fortlaufende Nummer. So stimmt der fakturierte Umsatz in jedem Zeitraum mit dem tatsächlich gelieferten überein.
Auch Retouren kommen im DIY-Segment vor, etwa bei Fehlkäufen für ein Projekt. Jede Retoure wird eine Gutschrift mit Bezug auf die ursprüngliche Rechnung und demselben Steuersatz; bei Teilretouren stornieren Sie nur die zurückgesendeten Positionen. Bei grenzüberschreitenden Bestellungen mindert die Gutschrift den gemeldeten Umsatz des jeweiligen Landes in der OSS-Meldung.
Maxeda neben Amazon, bol.com und dem eigenen Shop
Wer auf Praxis und Brico verkauft, verkauft meist auch anderswo: Amazon für Reichweite, bol.com für die Benelux, ein eigener Shop auf Shopify oder WooCommerce. Jeder Kanal liefert Bestellungen in eigenem Format und eigenem Rhythmus, in zwei oder mehr Länder.
Zentral bleiben sollte, was kanalunabhängig ist: eine einzige fortlaufende Rechnungsnummernserie über alle Kanäle, Steuerlogik nach Land und Kundentyp statt nach Kanal, Umsatzverfolgung je Land für Lieferschwelle und OSS-Meldung, und ein gemeinsamer Export als UBL oder CSV in die Buchhaltung.
Winkel Factuur unterstützt neben bol.com, Amazon, Shopify und WooCommerce auch Mirakl-basierte Marktplätze; die Anbindung an die Maxeda-Marktplätze ist live. Praxis- und Brico-Bestellungen laufen damit automatisch in denselben Fakturierungsprozess wie Ihre übrigen Kanäle, ohne manuelle Bestelldateien.
Das Ergebnis ist eine Buchhaltung, in der eine Brico-Bestellung aus Belgien genauso behandelt wird wie eine bol.com-Bestellung aus den Niederlanden: gleiche Nummernserie, gleiche Steuerlogik, gleicher Export.
Stapelfakturierung: je Bestellung ein Beleg, alle auf einmal
Je Bestellung eine Rechnung heißt nicht, je Bestellung ein Arbeitsschritt. Mit Stapelfakturierung wandeln Sie alle offenen Bestellungen in einem Durchgang in Belege um: Das System bestimmt je Bestellung Land und Steuersatz, vergibt die nächste Nummer aus der gemeinsamen Serie und erzeugt für Rückerstattungen die passenden Gutschriften.
Gerade im DIY-Geschäft mit seinen Saisonspitzen, dem Frühjahr für Garten und Außenprojekte, dem Herbst für Innenausbau, entscheidet das über Stunden: Eine Spitzenwoche wird in Minuten fakturiert, und jede Teilrechnung und Gutschrift folgt denselben Regeln.
Am Ende exportieren Sie alles gesammelt in Ihre Buchhaltung, mit dem Umsatz je Land und Satz bereits so aufgeteilt, wie Ihre OSS-Meldung ihn braucht.
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Fazit
Die Maxeda-Marktplätze geben deutschen DIY-Händlern über eine Plattform Zugang zu Praxis in den Niederlanden und Brico und BricoPlanit in Belgien: zwei Märkte, ein Händlerkonto, ein kaufbereites Projektpublikum.
Die Eckpunkte: Sie sind der Verkäufer und stellen je Bestellung die Rechnung, DIY-Ware unterliegt in beiden Ländern dem Regelsatz von 21 %, oberhalb der Lieferschwelle von 10.000 EUR melden Sie über das OSS-Verfahren aus Deutschland, und Sperrgut verlangt saubere Teilrechnungen, Versandkostenpositionen und Gutschriften.
Mit einer Mirakl-Anbindung und Stapelfakturierung wird daraus Routine: Die Bestellungen laufen automatisch ein, die Belege folgen denselben Regeln wie auf allen anderen Kanälen, und Ihre OSS-Meldung baut auf Zahlen, die je Land bereits stimmen.